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[M]eine Kreisgeschichte (36)

Herzlich Willkommen
[M]eine Kreisgeschichte (36)

Female Holding

Neben den vielen schönen Aufnahmen und Interviews wurde ich mit meinem ersten “Holding” beschenkt. Wir waren vier Frauen die einander zu zweit, je abwechselnd, 15 Minuten in den Armen hielten, wobei die eine ihren Kopf auf dem Herzen der anderen ablegen durfte und dabei, ähnlich wie ein Säugling beim Stillen, gehalten wird.

Zugegeben, da ist etwas Mut erforderlich um sich einer fremden Frau in die Arme zu legen, sprich so nah bei einander zu sein. Gesetz dem Fall du hast dich, als Frau oder Mann “überwunden”, dich deinem Holdingpartner/in hinzugeben kannst du umgehend erfahren, was Story meint, wenn er sagt, wir sollten uns vorstellen, wie es sich anfühlt wieder völlig unschuldig zu sein, wie Kleinkinder.

Im Anschluss fuhren wir weiter nach Oberbrunn zum CircleWay Leadership Seminar. Hier trafen wir, zum letzten Mal für dieses Jahr, Manitonquat und Ellika Linden.

Während der letzten Wochen hatten sich die Wogen zwischen Martin und mir, mittels Reden und einander Zuhören, geglättet. Wir hatten beide versucht unseren Spaß von “woanders” her zu bekommen und entschieden uns nach unseren Abenteuern erneut für einander. Wir kamen beide zu der Erkenntnis, dass wir uns täglich „neu“ für einander entscheiden könnten.

Oberbrunn beschenkte uns mit der Möglichkeit als “Anschauungsobjekte” für Storys-Paarcounceling zu dienen, was wir gern annahmen. Darüber hinaus, war das Seminarhaus ein altes Schloss samt eigener Kapelle die, ohne Altar jedoch mit Orgel ausgestattet, über einen wunderbaren Resonanzraum verfügte.

Im Anschluss fuhren wir weiter nach Oberbrunn zum CircleWay Leadership Seminar. Hier trafen wir, zum letzten Mal für dieses Jahr, Manitonquat und Ellika Linden.

Während der letzten Wochen hatten sich die Wogen zwischen Martin und mir, mittels Reden und einander Zuhören, geglättet. Wir hatten beide versucht unseren Spaß von “woanders” her zu bekommen und entschieden uns nach unseren Abenteuern erneut für einander. Wir kamen beide zu der Erkenntnis, dass wir uns täglich „neu“ für einander entscheiden könnten.

Oberbrunn beschenkte uns mit der Möglichkeit als “Anschauungsobjekte” für Storys-Paarcounceling zu dienen, was wir gern annahmen. Darüber hinaus, war das Seminarhaus ein altes Schloss samt eigener Kapelle die, ohne Altar jedoch mit Orgel ausgestattet, über einen wunderbaren Resonanzraum verfügte.

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[M]eine Kreisgeschichte (34)

Herzlich Willkommen
[M]eine Kreisgeschichte (34)

[M]eine Kreisgeschichte (34)

In diesem Augenblick wechselte irgendetwas in mir. Das Ende dieser Beziehung, dieses Teams und dieser Reise wäre nicht automatisch mein Lebensende. Es war lediglich eine weitere Station. Mir war als hätte ich in dem damaligen Traum noch ein Stück weiter geträumt, was mir jetzt das Gefühl von “Alles-ist-gut” eröffnete.

Gestärkt durch die neuerliche Gefühlsänderung betrat ich das Pub. In weiser Voraussicht in der kommenden Nacht nicht allzu viel Schlaf abzubekommen entschied ich, wider mein Bedürfnis den Liebeskummer zu ertränken, nur eine Whiskey und nur eine Ale-Sorte zu probieren.

[Was dann auch völlig ausgereicht hatte.]

Ein wenig beschwipst bestieg ich, von Martin und Heiko verabschiedet, morgens um 04.30 Uhr, irgendwo in der Provinz Irlands einen Bus, der mich nach Dublin zum Flugzeug Richtung Heimat bringen würde.

Mit Betreten des Busses hatte ich beschlossen, das Drama der Reise und das Ende der Beziehung in Irland zu lassen. Während der beinahe dreistündige Busfahrt kauerte ich auf meinem Sitz. Im Halbschlaf hörte Marshall Rosenbergs Einführung in die Gewaltfreie-Kommunikation.

Mit dem Abheben des Fliegers bekräftigte ich mein Vorhaben “den alten Scheiß” auf der Insel zurück zu lassen und schlief ein.

Martin künftig völlig aus dem Weg zu gehen wäre nicht möglich gewesen, da wir eine gemeinsame Wohnung teilen.

Nach seiner Ankunft zog er deshalb erst einmal für einige Zeit in den Laden.

Nur noch 120 Stunden

Unsere erste Dreh-Tour endete „offiziell“ mit der Heimkehr von Heiko und Martin in der ersten Septemberwoche 2015. Der zweite Teil war, nach einer zwei-wöchigen Pause, in Berlin angesetzt.

Paul, Heiko, Martin und ich waren angereist, um Gabriele Seils, ihrerseits Trainerin für Gewaltfreie-Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, zu interviewen.

Frau Seils ist erfahrene Journalistin und Autorin. Sie interviewte einst Marshall B. Rosenberg bei einem Deutschlandaufenthalt persönlich. Seither war sie zur überzeugten Vertreterin dieser Methode geworden.

In der darauffolgenden Woche fuhren die Jungs Richtung Göttingen. Professor Gerald Hüther hatte unserer Bitte um ein Interview stattgegeben. Erst am Wochenende trafen wir uns in der Lebensgemeinschaft “Tempelhof” wieder.

Erleichtert, über die erfolgreiche team-interne Kommunikation konnten die Dreharbeiten fortgesetzt werden. Es war nicht, dass wir bis dahin über irgendetwas der ersten Tour gesprochen hätten. Was vorgefallen war, lag im Nebel der Verschwiegenheit.

Da der wärmende Sommer endgültig dem Herbst gewichen war, toppte das Spa im Tempelhof alle bisherigen Gemeinschafts- und Camp-Sanitäreinrichtungen. Dieses Spa verfügt über eine riesige Sauna, einen riesigen Meditationsraum und eine normal große Infrarotkabine, die wir ausgiebig nutzen durften.

Die Aufnahmen im Tempelhof waren für uns, im Verhältnis zur Sommertour, entspannt. Unser Team reduzierte sich alsbald wieder auf drei Personen, da Paul zwecks Studium, Freundin und Job dringend nach Hause zurückkehren musste.

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[M]eine Kreisgeschichte (33)

Herzlich Willkommen
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Irgendwann hörte ich Trommeln und empfand ein intensives Ziehen in Bauch und Herz. Dieses Gefühl war mir bekannt, Eifersucht.

Bis vor einer Sekunde war ich wütend auf Martin gewesen. Urplötzlich, in der anderen Sekunde kreierte mein Verstand eine Geschichte Martin würde mich ausnutzen und er sei sowieso viel zu jung für mich und er würde mich genau deshalb bestimmt irgendwann verlassen, um sich eine Jüngere, weniger hysterische Freundin, zu suchen. Während ich dort räumte, kam ein Camp-Teilnehmer vorbei. Er fragte mich, ob er mir helfen könne, was ich dankbar bejahte. Im Gegenzug fragte ich ihn, ob er wüsste, wer dort trommelte. Obwohl ich die Antwort bereits erahnte, zog sich mein Inneres zusammen als er mir sagte, die Trommelnden wären Martin und eine andere Camp-Teilnehmerin.

“Also doch”, dachte ich mir. In den folgenden zwei Tagen war ich kaum in der Lage mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Teile von mir waren ständig damit beschäftigt Martin zu provozieren und zu kontrollieren. Am dritten Tag hatte ich von meinem eigenen Verhalten die Nase endgültig voll.

Wir trafen uns zu einem Zwiegespräch in der Jurte. Wir saßen dort bestimmt eine Stunde und erklärten einander unsere Gefühle, was zur achtsamen Beendigung unserer Liebesbeziehung führte. Ab diesem Zeitpunkt war ich dann “out-off-order”. Während der Dreharbeiten war ich auf „Autopilot“ gestellt, da ich ansonsten die ganze Zeit mit Weinen verbracht hätte.

Hokuspokus Heimreise

Die letzten Stunden meines Irlandaufenthaltes waren von Melancholie geprägt. Zum feierlichen Ende des Camps wurde beschlossen den Nicht-Einheimischen eine echt irische Pub-Nacht zu zeigen.

Mitten im irischen-nowhere befand sich ein kleines Haus. Ungefähr zehn Autos parkten davor. Der Eingang des Pubs wurde umrahmt von zwei völlig eingestaubten Schaufenstern, die ungefähr zu Queen-Viktoriazeiten, letztmalig mit kunstvoll drapiertem Porzellan ausstaffiert worden waren.

In diesem Augenblick ereilte mich das beeindruckenste Déjà-vu meines bisherigen Lebens. Gemeinsam standen wir dort mit Martin und Heiko vor dem Pub. Traurigkeit und Melancholie im Bauch, im Bewusstsein des Faktes, es würde unser letzter gemeinsamer Abend sein, drehte ich mich um und sah in diese Schaufenster. Im gleichen Augenblick machte sich dieses apokalyptische Gefühl in mir breit. Ich wunderte mich über diese „spezielle Art der Schaufensterdekoration“ und wie ich mich so wunderte, erkannte ich, dass ich bereits anderthalb Jahre zuvor, exakt diese Szene geträumt hatte.

Dieser Traum hatte mich damals so sehr berührt, dass ich ihn sogar einem Freund erzählte. Das markante Wiedererkennungselement zwischen Traum und jetziger Wirklichkeit, war das mit staubigem Porzellan dekorierte Schaufenster. Wie oft erträumt man sich so etwas schon?

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[M]eine Kreisgeschichte (32)

Herzlich Willkommen
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An diesem Tag verlief der Kreis im Zick-Zack.

Irgendwie war jeder mal an der Reihe das Team verlassen zu wollen. Irgendwie war jeder mal schuld an irgendwas. Irgendwann war wieder Stille bis Dave eröffnete, aus privaten Gründen, die Tour beenden zu wollen. Darüber hinaus würde er seinen Lebensmittelpunkt künftig nach Jena verlagern und stünde somit auch dem weiteren Projekt nur noch eingeschränkt zur Verfügung.

Für Nadine stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, dass sie die Tour abbrechen würde, was beinahe automatisch zur Folge hatte, dass Paul sie begleitete und ebenfalls die Tour an diesem Punkt beenden würde. Traurigkeit machte sich breit als wir erkannten, dass nur drei von uns den letzten Teil der Tour fahren würden. Als wir am gefühlten Endpunkt der Stille ankamen, dort wo es scheinbar nichts mehr zu sprechen gab, begann die dritte Phase nach Scott Peck.

Der Raum der Leere und Stille.

Vielleicht wussten wir auch irgendwie, dass wir als Team, so wie bis dahin, nicht langfristig funktionieren würden, weshalb ein Wechsel in die vierte Phase, dem authentischen Raum, nicht möglich gewesen war.

Der letzte Tag unseres Kreismarathons, Tag 3, endete mit einem privaten und letzten Konzert von und für uns im Spaceship der Bahai. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich mich von der Vorstellung, fortan beruflich in diesem Team zu arbeiten.

Während Paul, Dave und Nadine im Nachtbus Richtung Heimat saßen fuhren Martin, Heiko und ich weiter Richtung Calais um in den frühen Morgenstunden des Folgetages die Fähre auf die britischen Inseln zu erreichen.

Das Ende ist (doch nicht) der letzte Akt.

Gezeichnet vom Schlafmangel und dem emotionalen Auf- und Ab der letzten Tage, wurde ich zum weinerlichen Drachen. Wurde ich nicht angesprochen war ich traurig. Wurde ich angesprochen, reagierte ich gereizt und fauchte.

Obgleich die letzten Tage für eine scheinbare Stärkung der Verbindung zwischen Martin und mir gesorgt hatten, war die Stimmung zwischen uns quasi nicht mehr existent. In einem dieser unzähligen Kreise hatte ich von der Gruppe das Feedback erhalten, mich wie eine Mutter vor Martin gestellt zu haben. Dieses Feedback begann jetzt in mir zu arbeiten. Seine scheinbare Unbeholfenheit brachten mich fortan, mehr denn je, zur Weißglut.

Innerhalb der nächsten 48 Stunden legten wir ungefähr 1 000 Kilometer zurück um schließlich am Zielort, des irischen CircleWay-Summercamp, anzukommen.

Die sommerliche Wärme war dem typisch irischen Wetter gewichen. Am Camp-Ort angelangt, nutzte ich die Mittagspause der anderen um den Camper allein aus- und wieder einzuräumen. Ich hatte diese Arbeit als Frustabbau und Ausrede zum Alleinsein genutzt.

[M]eine Kreisgeschichte (32)

[M]eine Kreisgeschichte (31)

Herzlich Willkommen
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Martin kam alsbald auf die Idee die örtliche Gemeinde der Ba-Hai aufzusuchen, sie hätten in der Nähe einen für jeden zugänglichen Gedenkraum errichtet. Er hielt es für einen geeigneten Drehort. Wir beschlossen, zu Fuß dorthin zu wandern.

Als wir das Ortsschild erreichten, fuhr der Camper an uns vorbei. Circa fünf Minuten später kehrte er zurück, um Martin und mich aufzunehmen. Heiko erklärte uns den aktuellen Plan als auch die emotionalen Befindlichkeiten der “anderen Teamhälfte”.

Die Lage war mehr als angespannt. Irgendwie fühlte ich mich als würden wir zu unserer Hinrichtung, beziehungsweise, dem letzten Verhandlungstag geführt. Der Plan war es, als Krisenintervention, verschiedene Kreise durchzuführen. Je einen Kreis für jeweils eine “betroffene Partei”, ohne Anwesenheit der jeweils anderen.

Paul eröffnete die erste Runde, indem er seinen Wunsch äußerte, wie in einem ZEGG-Forum in die Mitte des Kreises zu gehen und allen Gefühlen Raum zu geben, die sich zeigen wollten. Es war das bisher erste und einzige Mal, dass ich Paul bei einem intensiven Gefühlsausbruch erleben durfte. Wir begannen mit drei Runden. Anschließend wurde eine Person gebeten, den Kreis zu verlassen und die zweite Person wurde gehört.

In diesen ersten zwei Stunden ging es noch um Lösungsfindung. Es war nachmittags und obgleich der Sommer anhielt, war bereits das allmähliche Kühlerwerden des nahenden Herbstes spürbar. 

Es wurde absehbar, dass weitere Kreise erforderlich wären um irgendwie aus dieser Situation in eine Konstruktivere zu wechseln.

Nacheinander besichtigte jeder einzeln das „Spaceship“ der Bahai um einen Ort der Ruhe und inneren Einkehr zu finden. Alsbald trafen wir uns erneut zu einer weiteren Runde von Kreisen. Mit einem Redestab ausgerüstet sprachen wir uns endlich aus. Jeder durfte sich das von der Seele reden, was gerade herauskam. Wurde der Kreis zur Diskussion unterbrach Heiko mediativ und fasste erneut die Sachlage und das aktuell Gesprochene zusammen. Der Abend verging in ergebnislosen Kreisen.

Wir waren in unserem eigenen, echten Prozess angekommen. Wir saßen dort auf der Wiese bis die nasse Kälte der Nacht uns in die Betten drängte. Erschöpft verkrümelte sich jeder in sein Zelt. Martin und ich lagen, diesmal gemeinsam in einem Zelt, noch einige Zeit wach und halfen einander über das Geschehene zu entlasten.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder auf der Wiese. Wortarm saßen wir beisammen und begannen den ersten Kreis mit einer Danksagung. Es war wohl für jeden von uns wichtig an diesem Punkt diese Worte, die da gerade von Heiko gesprochen wurden, zu hören. Es war wichtig zu hören, dass wir einen weiten Weg hinter uns hatten und was wir bereits gemeinsam erreicht hatten. Gleichzeitig eröffnete Heiko das Anliegen, dass wir zeitnah zum Irlandcamp aufbrechen und somit eine Lösung finden müssten.

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[M]eine Kreisgeschichte (30)

Herzlich Willkommen
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Trotz einiger hitziger Diskussionen flogen die Tage in Österreich dahin. Bereits sieben Tage später war alles im Kasten, das Camp vorüber und wir auf die Abfahrt Richtung Irland eingestellt. Erneut gab es einen theoretisch-geplanten Abfahrtstermin.

Worst-Case – Circulus Maximus

Begleitet von der Tatsache das der Camper, während unseres Camp-aufenthaltes, direkt neben einem riesigen Misthaufen geparkt hatte und er während des letzten Regens von abfließendem Gülle-Wasser umspült wurde, mussten dementsprechend vor Fahrtantritt sämtliche Fußmatten, Stühle, Tische und Kabel von Jauche befreit werden. Was erneut die geplante Abfahrt verzögerte.

[M]eine Kreisgeschichte (30)

Statt einander zu unterstützen, verbrachten wir viel Energie darauf herauszufinden, wer denn jetzt schuld daran sei, dass wir schon wieder „zu spät“ waren. Platt vom Kämpfen fuhren wir, mal wieder nachts, quer durch Deutschland Richtung Frankfurt am Main.

Während der Fahrt hatte Dave begonnen, wie wild mit dem Zollamt zu telefonieren. Er hatte keinen gültigen Personalausweis dabei und wie wir erfuhren wäre der Grenzübertritt nach Großbritannien und Irland ohne diesen gar nicht möglich. Irgendwann gegen 02.30Uhr wurde ihm telefonisch versichert, er könne sich am Folgetag im Ordnungsamt in Frankfurt ein vorläufiges Dokument, als Zeugnis seiner Existenz und deutschen Staatsangehörigkeit, ausstellen lassen.

Bis dahin hatten wir auf einem Rastplatz angehalten und geschätzte 2,7 Mio Ideen auserkoren, was wir jetzt, wie, tun könnten. Die Ideen reichten von “Dave fährt mit dem Nachtbus nach Hause und kommt in zwei Tagen mit dem Dokument wieder”, über “Paul und Dave fahren gemeinsam nach Cottbus und fliegen nach Irland” bis hin zu “Dave kommt gar nicht mit”.

Diese Ideen- und Möglichkeiten-Flut als auch die mangelnde Entscheidungsfähigkeit erzeugten aus der vorhandenen Grundstimmung, absolutes Chaos. Übernächtigt und gestresst erreichten wir einen Vorort von Frankfurt am Main. Martin kannte sich in dieser Gegend aus und lotste uns zu einem freien Feld, auf dem wir ein paar Stunden Schlaf erfahren wollten.

Irgendwie ging es dann alles ganz schnell.

Fünf Minuten bevor wir den Stellplatz erreichten, explodierte die Bombe. Ein Wort gab das andere. Geschreie. Zwei Menschen brüllten. Einer brüllte. Der Bus kam zum Stehen, die Tür flog auf, dann wieder zu. Stille.

Wie in Trance erwachten Martin und ich nach ungefähr 4 Stunden “Augen-zu”. An regenerierenden Schlaf war, aufgrund des Gesamtzustands, nicht zu denken gewesen.

“Surreal” war das einzige, was ich noch denken konnte.

[M]eine Kreisgeschichte (30)
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