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[M]eine Kreisgeschichte (4)

Ein Blick in die weltgeschichtliche Entwicklung zeigt, anhand der Deutung archäologischer Funde, dass nach jeder Hochkultur und deren partiellem oder vollständigem Zusammenbruch, Zeiten des Aufbaus und gesellschaftlicher Erneuerung folgten.

Großreiche und Metropolen, Herrscher und Religionen, Dürren, Fluten und Eiszeiten kamen und vergingen wieder.

Lässt sich daraus „automatisch“ ableiten, dass auch unsere „Hochkultur“, als Teil des universellen, beziehungsweise, menschlichen Entwicklungskreislaufs, irgendwann einmal Geschichte sein wird?

Kreismethoden wie die Gewaltfreie-Kommunikation oder Possibility Management, beispielsweise, stellen das Prinzip der Gleichheit in den Mittelpunkt ihres Wirkens.

Obwohl wir, rein zum Zweck der Lebenserhaltung nicht mehr auf einander oder eine Gemeinschaft angewiesen seien, zeige sich gerade derzeit, die Erforderlichkeit von Gemeinsamkeit zum Wohle der persönlichen als auch damit verbundenen gesamt gesellschaftlichen Entwicklung, argumentiert Autor, Sprecher und Philosoph Charles Eisenstein.

Bestimmte menschliche Fähigkeiten und Eigenschaften, wie Gemeinschaftsprinzipen, Konfliktfähigkeit (Konfliktmanagement) und die Schaffung gemeinsamer Erfolge, wären sogar rein physiologisch herzuleiten und nachzuweisen.

Schließlich sei die Entwicklung des modernen Menschen ein Ergebnis von Arbeitsteilung innerhalb von Gemeinschaften, erläuterte uns der Neurobiologe und Gehirnforscher Professor Gerald Hüther.

Gemeinsam mehr erreichen und füreinander sorgen sind auch zentrale Maximen verschiedener jüngerer und älterer Gemeinschaftsprojekte, die wir besuchten. Wir wurden Beobachter erprobter Methoden und durften uns selbst ein Bild der Intensität und Funktionalität verschiedener Kreismethoden machen.

Gerda Cara: „Wir kommen zusammen, weil wir erschaffen wollen, weil wir kreieren wollen, weil wir Co-kreieren wollen.“

Prof. Hüther: „Co-Kreativität ist natürlich die höchste Form von Kreativität, die wir wählen können. Weil wir da, gewissermaßen, die unterschiedlichen kreativen Potentiale von verschiedenen Menschen zusammenführen müssen. Und das ist ja immer mehr als das, was sich ein Einzelner ausdenken kann.“

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